Mittwoch, 09.10.2013

Einfahrt

 
 
Innerhalb der letzten Wochen, von denen ich bis jetzt noch nicht berichtet habe, bin ich endgültig hier angekommen. Aller Papierkram, inklusive Immatrikulierung, Festlegung des Stundenplans etc. ist erledigt, viele neue Aktivitäten ausprobiert und auch der Intensiv Sprachkurs geht heute in die letzte Runde. Plus, für ein Wochenende ging es auch mal heraus aus der Stadt und hinein nach Barcelona, von der ich euch hier ein paar Fotos zeigen möchte. Alles in allem waren die letzten Wochen ziemlich aufregend, aber auch sehr stressig, denn bis auf das Wochenende bestand jeder Tag aus Uni, kurzer Mittagspause, Sprachkurs bis abends und danach weggehen.
Mit meinen vier Kursen in der Universität bin ich einigermaßen zufrieden. Leider überschneiden sich viele Angebote, die mich interessieren, oder finden nur im Sommersemester statt, sodass ich mir vorgenommen habe, mir bestimmte Themen in der Bibliothek anzulesen. Das Niveau in den Kursen ist recht hoch, sodass ich mich nun für Kurse entschieden habe, die nur einen durchschnittlichen Arbeitsaufwand verlangen, dafür aber natürlich etwas langweiliger sind, weil hauptsächlich nur Zuhören und kleine Arbeiten verlangt werden. Da, vor allem noch vor ein paar Wochen noch recht hohe Temperaturen herrschten und die Räume nicht klimatisiert scheinen, hatte ich leider öfter Schwierigkeiten, mich die ganze Zeit zu konzentrieren und nicht etwas einzu…dösen. Ist der Anteil an Erasmus Studenten in Filologica Hispanica sehr hoch, ist dies in Kunstgeschichte eindeutig nicht der Fall und wenn man etwas möchte oder Fragen hat, muss man selbst auf Studenten und Professoren zugehen.
In dem Sprachkurs, der eingeteilt war in Grammatik, Vokabeln und Sprechen, habe ich vor allem mehr über die Spanische Kultur erfahren können und habe neue nette Leute kennen gelernt. Hier merkte ich auch wieder, wie sehr sich das Deutsche sich doch von den Romanischen Sprachen unterscheidet. Viele Italiener zum Beispiel haben nie Spanisch in der Schule oder Universität gelernt, haben aber durch die Ähnlichkeit zwischen den Sprachen bereits fast dasselbe Niveau wie ich, nach zwei Jahren des Lernens(Nein, ich bin natürlich nicht neidisch.. Haha). Der Kurs konnte aber kein Ersatz für die notwendige Sprachpraxis sein, sodass ich versuche, im Alltag das Zurückgreifen auf das Englische möglichst zu unterlassen, auch wenn ich noch so lustige Fehler mache(Kostprobe: Hoy he comido lentillas - Heute habe ich Kontaktlinsen gegessen.. Oops J)
Zum Schluss diesen etwas öden Eintrags etwas fröhlicheres: Diese Woche sind die Fiestas del Pilar ( Wird zu Ehren der “Virgen del Pilar” gefeiert, die sich in dem gleichnamigen Gebäude befindet, übrigens die größte Barockkirche Europas). Eigentlich ein religiöses Fest, doch vor allem heißt das, das unentwegt in der ganzen Stadt Konzerte unterschiedlichster Musikrichtungen statt finden und die ganze Stadt unentwegt auf den Beinen ist. Morgen und übermorgen sind deswegen frei, sodass ich mich schon sehr darauf freue, mich dieses Wochenende auch ins Getümmel zu stürzen. Jep, hier lebt es sich schon gut ;)!
Bis zum nächsten Mal!

 
 
 
 
 
Donnerstag, 19.09.2013

Einführung

Heute ging mein dritter Unitag zu Ende. Hinter mir liegt die Einführungswoche des Erasmusprogrammes. Da es in Zaragoza zwei Organisationen für die Aktivitäten gibt, nämlich AGEE (alias: ZARAGOZAAAAA..) und ESN, gab es auch doppelt so viele Möglichkeiten zum…. genau: Party machen. Denn auf der einen Seite bietet das Programm Dinge wie ein wöchentliches Tandem, Picknicks, Kino und Ausflüge zu Sehenswürdigkeiten an. Auf der anderen Seite überwog bei 5 organisierten Trips eindeutig das Feiern. Dabei entpuppen sich bereits auch einige Leute als Anführer der Partylöwen, da über die Facebook Gruppen Partys von ihnen animiert, organisiert, und schließlich reichlich kommentiert werden. Ich persönlich war diese Woche “nur” zweimal richtig feiern, und es war gut. Auch diese Woche gab es unter anderen mit einer Pool Party was zum Weggehen, und trotz des wahnsinnig starken Windes hier reichen die Temperaturen dafür noch aus.
Mein erster Kurs in der Uni, Arte Precolombiano, verlief ungewöhnlich. Statt das Programm des Kurses vorzustellen, sollte sich jeder vorstellen und seine Meinung bezüglich des Stundenplans abgeben. Sprich, man wurde als Erasmus Student direkt ins kalte Wasser geworfen. Von der recht hitzigen Diskussion zwischen Studenten und der geschmeidigen Dozentin verstand ich leider nur die Hälfte. Gegen Ende der Stunde verstand ich allerdings folgenden Satz, der an uns Erasmus Studenten gewendet war: Sagt mir Bescheid, wenn ihr etwas nicht versteht. Also, man muss sich in Spanien eindeutig keine Sorgen machen, dass man nicht genug Spanischpraxis bekommt ;).
Heute, nach zwei weiteren Unitagen bekam ich den Eindruck, dass hier der Unterricht vor allem daraus besteht, sprichwörtlich alles mitzuschreiben, da die Dozenten meist nicht nur einen Monolog halten, sondern auch diktieren. Also genau anders herum als es in meinen Seminaren in Deutschland abläuft: Statt mit der Bildanalyse zu beginnen, müssen hier vor allem möglichst viele Fakten und Daten auswendig gelernt werden. Bis jetzt ziemlich langweilig. Man kann aber betonen, dass sowohl die Dozentin als auch andere spanische Studenten darum bemüht sind, uns zu helfen.
Bis nächste Woche habe ich noch Zeit, mich für Kurse zu entscheiden, dass das so frei abläuft, finde ich echt genial. Und wenn dann alles gut läuft, fange ich Montag auch mit einem Spanisch Intensiv Kurs an. Im Anhang schicke ich euch diesmal ein paar Fotos von Sehenswürdigkeiten und Ausflügen, damit ihr nicht denkt, dass ich nur am “erasmusen” war.;) Besos!
 
Sonntag, 08.09.2013

Einblick

Heute ist ein bewölkter Sonntag. Ich bin vor ungefähr 1 ½ Stunden aufgestanden.Die letzten Tage ist echt wahnsinnig viel passiert. Ich habe eine Wohnung gefunden und vor allem schon wahnsinnig viel Gefallen an der Stadt gefunden.                                                                                                                       Im Gegensatz zu Deutschland ist die Wohnungssuche in Spanien kein reines Grauen. Man wird von Maklern angeschrieben und die Preise für ein Zimmer liegen im Durchschnitt, zumindest hier , so zwischen 180- 250 Euro. Den Erasmus Studenten wird sogar noch zusätzlichen von den Tutoren unter die Arme gegriffen, indem sie bereits einige Adressen in der Tasche haben. Eine Mischung aus spanischen Studenten und Nicht-Muttersprachlern in der WG ist eher selten. Ich zum Beispiel wohne jetzt mit einer französischen Studentin und einem anderem Franzosen zusammen.
Das Rumgerenne der letzten Tage hat sich gelohnt. Wir wohnen nun in der Altstadt, mit Ausblick auf den Pilar und den Rest der Stadt. Plus Sofa. Also, liebe Leute, jeder von euch, der Bock auf einen Besuch hat ist herzlich willkommen!!
Erst nächste Woche startet offiziell die Einführungswoche von Erasmus, aber ich war jetzt trotzdem gefühlt fast jeden Tag unterwegs. Weggehen und Essen ist hier echt nicht teuer, besonders der zentrale Markt rockt. Da sollte man echt schauen, dass die Uni nicht ganz auf der Strecke bleibt ;). Deswegen werde ich mich morgen erstmal ganz brav für einen Spanisch Intensivkurs anmelden. Den habe ich auch bitter,bitter nötig, komme ich doch im Spanischen ganz schnell ins Stammeln und muss aufs Englische zurückgreifen. Oh Menno.
Ich lade jetzt schon mal ein paar Fotos von der Stadt hoch. Viel Sightseeing habe ich ehrlich gesagt noch nicht geschafft, aber vielleicht kann ich das  heute etwas nachholen. Lieber Gruß , bis Bald!
 
Freitag, 30.08.2013

Eintritt

Zunächst: Entschuldigung für den wahnsinnig unorginellen Titel dieses Blocks, doch: Ich konnte nicht anders J.

Als ich gestern am Gepäckband im Flughafen Madrid Barajas stand und bei einer Außentemperatur von 31°C  mein Winteroutfit zutiefst verfluchte, traf ich prompt auf mehre junge deutsche Mädchen, die in Madrid studieren wollen. Ihre Erlebnisse waren bereits scheinbar mindestens genauso groß wie ihr Gepäck. In ihren Sätzen fielen dutzende Wörter wie Mexiko, Phnom Phen, Hongkong, Thailand… da hört sich mein gefühlt super spannendes Abenteuer  etwas mickrig an, also beschränkte ich mich aufs Nicken und “Ahaa!” Sagen.

Von Madrid nach Zaragoza braucht der Alsa Bus fast 4h. Die Landschaft ist vor allem bergig und leer. Ich komme im Dunkeln an und so finde ich eher durch pures Glück den Weg zum Hostel, der ja auf der Karte soo einfach aussah. Wo immer dieser Mann mit dem Hund nun auch sein mag, der mir irgendwo in der Stadt den Weg zum Hostel erklärt hat ( Und ich habe es echt verstanden - Great success) - Ich bin ein großer Fan. Und ich bin entzückt, dass mein Spanisch tatsächlich verstanden wird. Ist auch notwendig, denn auch wenn man, wie ich, wohl ziemlich eindeutig als Tourist identifiziert werden kann, werde ich sehr oft nach dem Weg gefragt oder ähnliches. Merke:Verplantheit lässt sich also doch verstecken.

Das Hostel ist gut und zentral. Alle brauchen jemanden, um eine WG zu gründen.Ich auch. Wir sollten uns einfach alle am besten ein Schild basteln. Gut, dass hier vom Hostel Treffen organisiert werden. Meine brasilianische Zimmergenossin meinte, dass die meisten schon innerhalb von 4 Tagen eine Wohnung finden. Sie wollte auch unbedingt folgenden Link mit mir teilen: http://www.buzzfeed.com/hnigatu/how-german-sounds-compared-to-other-languages

Soso.Nun, ich bin jetzt stolzer Besitzer einer spanischen Nummer, falls die jemand möchte( Ist das Telefonieren nach D/UK damit billiger?)Wünscht mir Glück bei der Wohnungs- und Menschensuche ;) Lieber Gruß,Ich komme bald wieder( virtuell, meine ich :) )